Die Pandora, Sisyphos und der Berg

In meiner Ratlosigkeit ob der Zustände beim FCK dieser Tage, bediene ich mich heute der griechischen Mythologie. Mir fielen trotz intensivem Nachdenkens keine passenderen Analogien ein.
Es ist nur auf den ersten Blick weit hergeholt und sollte uns helfen, die gegenwärtige Lage richtig einzuordnen.
Dass es um unseren FCK  nicht gut bestellt ist, wissen wir alle. Darum geht es heute auch nicht.

Die Frage ist vielmehr: Schaffen wir uns Probleme an Stellen, wo es keine gibt? Finden wir Lösungen ? Sind die uns gegebenen Möglichkeiten von allen gewollt? Doch der Reihe nach.
Mit großer Freude vernahm man dieser Tage, dass die Fans einen Betrag von ca. 16000€ aufgebracht haben. Gesammelt, um dem FCK unter die klammen Arme zu greifen. Ferner besteht eine Petition, die darauf abzielt, dass die Zeichner auf die Rückzahlung ihrer Anleihe verzichten. Und man ahnt es: Auch hier ist der Fan geneigt, zu helfen. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies nicht überall in der Liga der Fall wäre. Soweit, so gut.
Was mich etwas stutzig macht, ist die Lethargie, in der man auf dem Betze verharrt. Gegen Ende letzten Jahres wurde eine Petition aufgelegt, bei der es darum ging, dass der Verein sich mit der Möglichkeit befasst, dass die Fans in größtmöglicher Eigenleistung das NLZ  fertig stellen. Nun fragt sich der geneigte Fan :Was ist daraus geworden? Um es kurz zu sagen: Nichts!
Trotz mehrmaliger Anrufe und Mails, gab es keinerlei Reaktion vom Verein diesbezüglich. Niemand hatte sich auch nur 5 Minuten seiner kostbaren Zeit genommen, auf Anfragen zu antworten. Es hieß einerseits, dass der Verantwortliche beim NLZ zur Zeit im Ausland weilt. Andererseits ging die Anfrage direkt an Herrn Gries. Will man nicht darüber nachdenken? Bis dahin kostete es kein Geld.
Wenn man sich bei den Unionern umsieht, kann man feststellen, dass das funktionieren kann.
Die Petition wurde von ca. 24000 Leuten gesehen, aber nur von 267(!) gezeichnet. Jetzt könnte man natürlich spekulieren, woran das liegt. Mittlerweile haben uns einige Fans kontaktiert, ob des Ergebnisses bzw. der Reaktion vom Verein. Einige Telefonate und Gespräche später mit eingefleischte Fans steht fest: Die Kluft zwischen dem normalen FCK-Fan und dem Verein ist unübersehbar.

Die Symptome sind in erster Linie auf den Rängen erkennbar. Das liegt nicht nur an der erschreckenden Spielweise. Seit der Norbert die Zügel in der Hand hat, geht es meines Erachtens bergauf. Auch was die Spielweise angeht.
Doch ist das alles? Die Probleme sind vielschichtig. Angefangen bei den endlosen Querelen in der West, bei denen es um Megaphone, Ultras und die Verdrängung von anderen Fans geht.(Wer hat eigentlich beschlossen, dass Ultras „bessere“ Fans sind?) Die Stimmung im Stadion ist leider nicht mehr erstklassig. Langweiliger Singsang der Ultras, losgelöst vom Spielgeschehen, ist kaum zu ertragen. Sie verstehen es einfach nicht, die anderen Tribünen zu inspirieren.
Weiter geht’s mit dem Umgang mit Idolen, ehemaligen Kapitänen und Heroen des FCK. Ich möchte gar nicht zu tief greifen. Es rumort tief im Herzen des Vereins. Eitelkeiten stossen auf Kompetenzen. Diese viel beschworene Gemeinschaft gibt momentan nicht.
Und um den Ganzen die Krone aufzusetzen, gefährden wir die zarte Pflanze die da heisst: Hoffnung. Wer in unserer Situation, die Autorität des Trainers derart angreift, dem kann der Verein nicht am Herzen liegen. Wer auch immer Interna nach draussen trägt, spielt mit gezinkten Karten. Der FCK ist nicht die Bühne, um Dramen aufzuführen. Er ist ein Patient, am Tropf hängend und auf einen Spender wartend. Aber der Patient muss selbst genesen wollen. Nur dann klappt es.
Womit ich bei der Mythologie wäre.
Die Büchse der Pandora würde dereinst von eitlen, weltfremden und selbstherrlichen FCKlern über dem Verein geöffnet. Die Folgen beben bis heute nach und werden es noch lange tun. Nun gilt es sie erneut zu öffnen. Denn eines verblieb eingeschlossen in ihr. Die Hoffnung! Lasst sie raus! Ergebt Euch nicht in Konventionen und steht für das ,was der FCK immer war: Anders
Wir wandeln am Abgrund. Der Zeitpunkt der Rückzahlung der Anleihe schwebt ,wie das Schwert des Damokles ,über uns. Deshalb appelliere ich an alle, deren Herz am FCK hängt. Lasst uns nach Wegen suchen, unseren Verein zu retten.
Die Aufgabe der Verantwortlichen gleicht der des Sisyphos. Täglich muss der Stein den (Betzen-)berg hinauf gerollt werden. Jeden Tag muss um jeden Fan gekämpft werden. Mit Geschlossenheit, mit Taten und vor allem mit Herzblut.
Ich werde meinen Anteil leisten. Wenn ich sehe, dass „Ihr da oben“ endlich das klagevolle Begehren des Lautrer Herzens nicht nur hört, sondern endlich versteht, was es zum Verzagen bringt, bin ich zu allem bereit. Ich bin nur ein Fan. Aber das für immer.

Auf bessere Zeiten. Forza FCK.

H. Jordan

CEO und Gründer - Bastion Betzenberg
Hobby's : FCK und Bücher

Letzte Artikel von H. Jordan (Alle anzeigen)

Related posts