Dunkle Wolken über dem Betzenberg – bricht der Vulkan bald aus?

Es ist schon eine komische Sache. Da schimpfen viele Fans über die Roten Teufel auf dem Spielfeld, über die liegen gelassenen Punkte, die Unfähigkeiten von Mannschaft und Trainer.
Genauso schimpfen nun manche Fans über die erste Neuverpflichtung für die kommende Saison, üben sich in Sarkasmus, bestenfalls in Ironie, dass Osayamen Osawe „nur“ von einem Drittligisten kommen wird, obwohl sie unlängst selbst schon mal gefordert haben, doch besser die zweite Mannschaft des FCK in der zweiten Liga auflaufen zu lassen, viel schlechter könnte die es ja auch nicht machen als die in ihren Augen nicht zweitligareife Profimannschaft.
Nun, diese Fans mögen in manchen Punkten nicht falsch liegen mit ihrer Kritik, die unnötiger Weise zu oft auch unter die Gürtellinie zielt und somit eine gewisse Sachlichkeit vermissen lässt. In der Tat hat sich binnen weniger Monate eine hoffnungsvolle, motiviert erscheinende Mannschaft (1.Spieltag, Duisburg) zur desolaten, verängstigten, teilweise neben sich stehenden „Trümmertruppe“ entwickelt – kontinuierlich bis zum jüngst verlorenen Spiel gegen den VfL Bochum.
Ist es tatsächlich die Untauglichkeit der Akteure, die diesen Saisonverlauf erklärt?
Ist es tatsächlich die Untauglichkeit des Trainers, die ihn verzweifelt am Spielfeldrand gestikulieren lässt?
Wo sonst liegen mögliche Gründe für den sportlichen Niedergang des FCK?
Oder sind es etwa ganz andere Einflüsse, die beim Team, beim Trainerstab jeden Spieltag aufs Neue 90 Minuten lang für Verunsicherung sorgen?
Die Frage ist berechtigt. Eine der möglichen Antworten darauf wird jedoch von nicht wenigen Fans als Unfug, dann und wann sogar als Frevel bezeichnet. Und das, obwohl die Indizien irgendwie für sich zu sprechen scheinen.
Aus dem internen Umfeld des FCK dringen seit Wochen alarmierende Signale an Teile der Öffentlichkeit. Insider berichten nach Kuntz‘ Rücktrittserklärung von merkwürdigen, teils schier unglaublichen Vorgängen hinter den Kulissen des FCK. Vordergründig stehen dabei die Finanzen im Fokus – es fallen Worte wie „Bankrott“, „Pleite“, „Zahlungsunfähigkeit“. Wie kann das sein, wo doch immer wieder gebetsmühlenartig versichert wurde, dass der Verein solide dasteht? Sind Nestbeschmutzer am Werk? Wenn ja, warum? Hartnäckig werden Fans, die der finanziellen Bankrotterklärung Glauben schenken, verbal attackiert und kleingeredet – und nicht zuletzt als Anti-Fans ausgestoßen. Jeder, der auch nur ein kritisches Wort in Richtung Kuntz äußert oder gar seinen Stellenwert und seine Vereinsführung in Frage stellt, muss mit üblen Anfeindungen, mindestens aber mit verbalen Ohrfeigen rechnen.
Aber den als Übertreibungen, gar als Lügen bezeichneten Berichten zur maroden Finanzlage folgen keine beruhigenden, entkräftenden Fakten. Stattdessen gipfelt das Gemurmel in ein erschreckendes Getöse in der Sport-BILD, welches den FCK finanziell quasi für nahezu tot erklärt – schockierend, selbst wenn es nur die halbe Wahrheit ist. Die Führungsetage des FCK dementiert kurz darauf und erwirkt eine einstweilige Verfügung. Ein klares Dementi also zu den katastrophalen Zahlen – möchte man meinen. Aber es donnert weiter am Himmel über dem Betzenberg – bricht der Vulkan bald aus?

Sind es nur Gerüchte,
– dass Verantwortliche nach und nach den Verein verlassen werden, es möglicherweise sogar müssen, weil sie nicht mehr bezahlbar sind?

– dass die Verkäufe von Jean Zimmer und Marius Müller nur der Anfang sind, und weitere Akteure dringend veräußert werden müssen, weil lediglich mit diesen Einnahmen die Lizenz für die kommende Zweiligasaison gesichert sein wird?

– dass die Verträge von Karl, Jenssen und anderen Spielern nicht verlängert werden können, weil diese Spieler nicht mehr zu finanzieren sind?

– dass an Fünfstück festgehalten werden muss, weil das Geld für die Verpflichtung eines neuen Trainers fehlt?

Sind all diese Punkte auch mit ausschlaggebend für die sportliche Talfahrt des Teams? Auffällig sind Details: unerklärliche Fehlpässe auf kürzeste Distanz, deutliche Defizite bei der Konzentration, mutloses Spiel nach vorne. Und ein Bödvarsson, der wie ein hyperaktiver Dauerläufer in einem bedröhnten Haufen planloser Hühner wirkt – ist es die Unbekümmertheit eines noch nicht von der allgemeinen Verunsicherung heimgesuchten Winterneuzugangs, oder wurde da tatsächlich ein Lauf- und Kampfwunder erster Güte verpflichtet?
Viele offene Fragen, die unweigerlich zu einer letzten führen: Was ist tatsächlich los auf dem höchsten Fußballberg Deutschlands?

Alles hat seine Zeit. Die Antworten werden kommen. Lösungen auch. Eines ist meiner Meinung nach allerdings sicher: der FCK steht vor einem großen Umbruch.
Ob es jedoch ein Aufbruch wird, oder ein Abbruch – das wird sich zeigen.

W.E.

W. Engel

Autor - Bastion Betzenberg
Hobby's : Fussball und Musik

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