EIN FAZIT NACH SIEBEN RÜCKRUNDENSPIELEN

Siebenmal ist der FCK nun unter Trainer Norbert Meier angetreten. Der Eindruck täuscht nicht: es hat sich etwas verändert. Und auch wenn das jüngste Spiel gegen Heidenheim wohl das bislang schwächste Spiel der roten Teufel in der Rückrunde gewesen ist – Meier bewegt was. Zum Positiven, so fühlt es sich jedenfalls an. Denn nicht mehr jeder Rückstand ist gleichbedeutend mit einer Niederlage. In der Hinrunde gelang es dem FCK lediglich ein einziges Mal (gegen 1860), einen Rückstand noch in einen Punkt münden zu lassen. Seit dem 18. Spieltag klappte das bereits zweimal. Nach den ersten 7 Spieltagen der Hinrunde hatte der FCK müde 5 Punkte gesammelt. Die ersten sieben Spiele der Rückrunde brachten bereits 9 Punkte – trotz eines Heimspiels weniger.

Natürlich hat das nichts für die noch ausstehenden 10 Spiele zu bedeuten, denn die müssen schließlich noch gespielt werden. Aber immerhin scheint der Trend tatsächlich in die richtige Richtung zu gehen. Meier arbeitet mit quasi dem gleichen Kader wie Korkut – und er holt bislang durchaus mehr aus den Spielern heraus, als es seinem Vorgänger möglich schien. Auch das Spielsystem wirkt druckvoller und somit offensiver als zuvor – zwar lange noch nicht so, wie man es sich als Fan vielleicht wünscht, aber wenigstens hat sich das mutlose und mitunter langweilige (und ärgerliche) Quergeschiebe in der eigenen Hälfte auf ein erträgliches Maß reduziert. Zaubern kann auch Norbert Meier nicht und aus dem minder talentierten Mittelfeld eine Feuerwerk abbrennende Allzweckwaffe generieren. Und doch: ihm gelingt es bislang, möglichst viel aus wenig Klasse herauszuholen, Schwachpunkte rechtzeitig auszumachen und zu korrigieren, sowie dem Team das nötige Selbstvertrauen mit auf den Platz zu geben, und dieser Funkenschlag erreicht inzwischen auch einen wesentlichen Teil der Westkurve, die zwar weiterhin ihr stets langweiliges Repertoire an Tralala-Liedern gesanglich darbietet, anstatt dem „12. Mann“ von einst auch nur annähernd gerecht zu werden, aber mittlerweile auch solch unterdurchschnittliche Leistungen wie gegen Heidenheim letztendlich anerkennt und klatscht, anstatt zu pfeifen – auch hier ein Schritt in die richtige Richtung. Sollten all diese Trends also anhalten, dürfte dem Klassenverbleib nichts im Wege stehen, so dass sich nach dieser Saison, die man dann gewiss als fußballerisch eher belangloses Kapitel abhaken und vergessen wird, neu formiert werden kann und es, hoffentlich, weiter vorwärts gehen wird. Der Optimismus ist zumindest wieder spürbar. Und das ist gut so.

W. Engel

Autor - Bastion Betzenberg
Hobby's : Fussball und Musik

Related posts