Fazit

Mein persönliches Fazit zum Spiel heute.

Es ist schön ohne große Erwartungshaltung ins Stadion zu gehen, so wie ich heute. So empfindet man dann auch eine Leistung wie heute gegen den FSV Frankfurt als wenigstens noch durchschnittlich. Aber warum diese geringe Erwartung, schließlich haben wir zuletzt Leipzig mit wirklich guter Leistung geschlagen? Gab das nicht genug Anlass zur Hoffnung auf Besserung? Mir nicht. Aus mehreren Gründen. Aus meiner Sicht hatte Leipzig keinen besonders guten Tag erwischt. Außerdem halte ich den Dosenclub trotz allem Lob und einem durchaus ansehnlichen Kaders weiterhin für überbewertet. Jedenfalls kann ich mich nicht wirklich an ein herausragendes Spiel der Leipziger in dieser Saison erinnern. Das soll die Leistung des FCK jetzt aber nicht allzusehr schmälern. Gemessen an den vorangegangenen Partien der roten Teufel war eine klare Leistungssteigerung zu erkennen, sonst hätte man auch nicht in Leipzig gewonnen. Dass es sich jedoch nicht als Fortschritt entpuppen sollte, geschweige denn als Wendepunkt in einer bisher mageren Lautrer Spielzeit, hat der FCK gegen den FSV unter Beweis gestellt. Wieder mal. Leider Gottes.

Klar, da waren Torchancen. Immer dann, wenn schnell nach vorne gespielt wurde, besonders auffällig war das in der ersten Halbzeit. Manko aber: von den ersten 45 Minuten waren das gerade mal vier, mit etwas gutem Willen fünf solcher Tempovorstöße. Ansonsten aber das mittlerweile übliche Geplänkel im Mittelfeld, zu viele unnötige Ballverluste, Spielverschleppungen, Unkonzentriertheiten. Und fast auch ein Gegentor nach eigenem Eckball. Dies folgte dann nach schönem (schnellem!) Spielzug des FSV kurze Zeit später. Verdient, unverdient – egal. Unnötig halt wieder. Wieder mal. Leider Gottes.
Nach der Pause sah das dann etwas besser aus – trotz Unkonzentriertheiten, Fehlpässen, aber immerhin: mehr Willen, mehr Laufbereitschaft, mehr Kampf. Folglich auch der Ausgleich nach gutem (schnellem!) Spielzug. Zwar durch Eigentor, aber was soll’s. Verdient allemal. Und man spürte schon, sie wollten es wissen, die Lautrer. Keine Frage, das Bemühen war da, der Wille auch – was eben dazwischen stand, waren die üblichen Verdächtigen, siehe oben. Für einige Zeit dann noch in Unterzahl (Karl? Karl! Ah,ja klar, Karl), nach weiterem Platzverweis, diesmal ein FSVler, kam nochmal sowas wie ein Ruck – aber was dazwischen stand, waren … ja, ist klar, was alles.
1:1 also am Ende eines Spiels, was letztlich wieder mehr für Ernüchterung, als für berechtigte Hoffnungen auf bessere Wochen sorgte. Es reicht eben nicht für mehr, diese Einsicht manifestiert sich mit jedem weiteren Spiel. Auf der einen Seite Nadelstiche setzen, wenn keiner damit rechnet, auf der anderen Seite ideenlos ein „Spielsystem“ herunterspulen, dessen überwiegend tempobefreite Taktik ich nicht so recht verstehe – und ehrlich gesagt auch nicht mehr verstehen will, weil es einfach zu unattraktiv und unergiebig ist. Das reicht für graues Mittelmaß, das könnte sogar noch gefährlich werden (für den FCK, nicht die Gegner), aber nach Tendenz nach oben fühlt es sich eben nicht an und wirkt optisch auch nicht so. Kann man sich damit als Pessimist, so wie ich einer bin, abfinden (und ist da trotzdem noch so etwas wie unterbewusste Hoffnung auf mehr Nadelstiche), ruft auch zum nächsten Heimspiel wieder der Berg, und man folgt dem Ruf, trotz allem. Hoffnung allein ist auch was Schönes.
Manchmal.
Leider Gottes.
W.E.

P. Jahn

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