WIE WICHTIG IST DIE U23 DEM FCK?

MIT VORSCHLAGHÄMMERN GEGEN TRAGENDE MAUERN

Alles braucht sein Fundament, denn darauf baut man für gewöhnlich etwas auf. Nimmst du einem solchen Gebäude das Fundament oder schlägst die tragenden Mauern ein, wird es zumindest instabil, in vielen Fällen stürzt es aber ein, und übrig bleibt ein Trümmerfeld.

Aus dem Unterbau des 1. FC Kaiserslautern kam in den letzten Jahren eine ganze Menge an verwertbarem, ja sogar hervorragendem „Spielermaterial“. Um dies zu beweisen, braucht man auch gar nicht weit in die Vergangenheit zu schauen, sondern einfach in den aktuellen Kader: dort finden wir die inzwischen etablierten Robin Koch und Julian Pollersbeck, sowie einen aufstrebenden Robert Glatzel.

Davor waren es Jean Zimmer, Willi Orban oder Dominique Heintz, ebenso Tobias Sippel – alles Spieler mit hoher Qualität, gestandene Jungprofis, die den Sprung in die 2. und teilweise auch in die 1. Bundesliga mühelos geschafft haben. Spieler, die dem FCK sportlich und durch ihren Verkauf letztlich dann auch finanziell geholfen haben. Spieler, die nicht zuletzt auch für die Identifikation zwischen dem FCK und seinen Fans standen, und dies teilweise sogar heute noch tun, trotz ihrem Engagement bei anderen Vereinen, weit weg vom „heimischen“ Betzenberg.

Wenn man sich in den vergangenen Jahren auf eines stets verlassen konnte, war es dieser Unterbau des FCK, der immer wieder neue Talente an die Oberfläche in den Kader der 1. Mannschaft spülte, diesen schließlich verstärkte und am Ende auch für dringend notwendige Euros in den Kassen sorgte.

Jetzt wird mit dem Gedanken gespielt, einen ganz wichtigen Teil dieses Unterbaus aufzulösen, nämlich die U23. Diese stellt sich als die Zwischenstation dar für aufstrebende, perspektivische Spieler, als Bindeglied zwischen Jugend und Profikader. Die U23 ist ein Team, in welchem solche Spieler Erfahrungen sammeln, reifen, sich empfehlen. Und schließlich ist diese U23 das Sprungbrett für genau die, die wie Orban, Zimmer, Sippel, Pollersbeck, Glatzel oder Koch diesen Prozess vollendet und den Ritterschlag zum Profifußballer verdient haben.

Diese immens wertvolle Zwischenstation wird jetzt ernsthaft von den Verantwortlichen des FCK auch nur ansatzweise in Frage gestellt und in den Köpfen quasi zum Abschuss (sprich: zur Abmeldung) freigegeben?

Kosten hin oder her: es muss (berechtigt) die Frage gestattet sein, ob hierbei nicht an völlig falscher Stelle eingespart werden soll! Wie kommt man überhaupt auf die Idee, die U23 abmelden zu wollen, gemessen an den positiven Effekten, welche sie in all den Jahren auch und insbesondere für den Profikader zu bieten hatte? Was können hierfür die Beweggründe sein, wenn die eigene (erfolgreiche) Schmiede stillgelegt und der Profimannschaft somit eine Quelle versiegt, welche sie in vielerlei Hinsicht dringend benötigt?

Die Folgen einer Abmeldung der U23 können wahrhaftig vielfältig sein, auch und besonders in negativer Hinsicht! Jugendspieler, die aus der A-Jugend in den Seniorenbereich wechseln, steigen entweder direkt in den Profikader ein (unwahrscheinlich) und drohen verheizt zu werden. Ist die Tür zu den Profis vorerst verschlossen, wechseln sie zwangsläufig den Verein, spielen dort im Unterbau und steigen möglicherweise dann dort auf zu den Profis.

Hinzu gesellt sich der finanzielle Gedanke: möglich, dass man durch Schließung der U23 Gelder einspart. Sicher ist aber, dass es solche Verkäufe wie die von Orban, Heintz oder Zimmer nicht mehr geben wird und somit auch die Gewinnspanne durch Transfers deutlich nach unten korrigiert werden muss – fatal, wenn man sich die finanzielle Situation des FCK insgesamt betrachtet!

Es wäre womöglich kein großes Thema, wenn es in Kaiserslautern keine Sorgen um Finanzen gäbe, wenn die U23 nur ein Auffangbecken für gescheiterte Halbprofis oder Teilzeitamateure wäre, wenn also kein Verlass auf zwei, drei Talente pro Saison gegeben wäre, wenn es eine adäquate Alternative geben würde, wenn dieses Fundament U23 in dieser Hinsicht ohnehin brüchig, wenn nicht sogar irreparabel und somit belanglos wäre. Dies trifft aber nicht zu. Nachweislich nicht.

Wo also liegt die Rechtfertigung für solch sportlich-suizidale Pläne?

Was sollen solche Gedankenspiele seitens des FCK-Vorstands?

Ist man nun Schelm, wenn man als Fan Böses dabei denkt?

Transparenz nach außen war irgendwann im November mal so ein Motto der Betzenberg-Steuermänner. Es wäre daher durchaus angebracht, dies zu praktizieren und solche Planungen und Ideen zu erklären. Am besten aber ist es, dieses Vorhaben schnellstens wieder zu verwerfen! Durchdacht wirkt es irgendwie nicht, und vorteilhaft für den FCK schon gar nicht!

Ganz im Gegenteil!

Wie in der Einleitung schon geschrieben: alles braucht sein Fundament. Tragende Mauern mit Vorschlaghämmern zertrümmern hat noch keinem Gebäude gut getan. Für einen ohnehin renovierungsbedürftigen FCK kann solch ein Vorgehen sogar zum Zusammenbruch führen. Und das kann definitiv nicht das Ziel sein!

W. Engel

Autor - Bastion Betzenberg
Hobby's : Fussball und Musik

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