Zehn Fragen an Horst Schömbs

Horst Schömbs

„Ich habe in 23 Jahren FCK kein Spiel verpasst.“
Horst Schömbs – Die Stimme vom Betzenberg

Jeder, der in den letzten 22 Jahren den Betzenberg zu einem Heimspiel besuchte, hat ihn schon gehört. Denn er ist der „Chef“ am Mikrofon, heizt vor dem Spiel die Stimmung im Stadion (stets enthusiastisch und emotional, aber immer fair) an und präsentiert die Aufstellungen, verkündet während der Partie die Torschützen und Auswechslungen und verabschiedet nach dem Match Spieler und Fans, und dies nun (mit ganz kurzer Unterbrechung 2002) seit 1994. Horst Schömbs, der Stadionsprecher des FCK, stand für unsere Rubrik „Zehn Fragen an …“ Rede und Antwort.

Als du 2002 vom FCK entlassen wurdest, um kurze Zeit später (nach enormem Druck der FCK-Fans) wieder am Mikrofon zu stehen: ist da die Bindung zum FCK und insbesondere zum Fanlager noch intensiver geworden? Hat dir dein Vorgänger Udo Scholz vor deinem ersten Auftritt im Stadion Tipps gegeben?
Meine Bindung zum FCK war schon immer eine ganz Besondere, da bereits mein Vater FCK-Fan war und er mir ganz viel von den großen Zeiten aus den 50er Jahren erzählt hat.
Und unseren Fans habe ich viel zu verdanken.
Als ich nach der kurzzeitigen Entlassung 2002 zum ersten Spiel gegen S04 auf die Westkurve zuging, stand das ganze Stadion auf und applaudierte. Was für ein Gefühl …
Dafür kann ich mich auch heute nur noch bedanken.
Zu der Frage was meinen Vorgänger betrifft kann ich nur sagen, es gab und gibt keinerlei Kontakt.

Was macht ein Stadionsprecher zwischen den Heimspielen?
Er fiebert natürlich bei allen Aktivitäten des Vereins mit, schaut sich die anderen Ergebnisse an (hofft und bangt) und steht dem Verein natürlich immer zur Verfügung.

Beschränken sich deine Tätigkeiten ausschließlich auf die Heimspiele, oder begleitest du den FCK auch auswärts?
Wann immer es meine Zeit erlaubt bin ich auch auswärts dabei. Ansonsten habe ich in den 23 Jahren FCK kein Spiel verpasst.

Welche eher weniger bekannten und auffälligen Arbeiten gehören zum Job als Stadionsprecher? Hast du Kontakte zu anderen Stadionsprechern?
Es geht im Wesentlichen darum, eine Großveranstaltung moderativ mit viel Emotion zu begleiten, dabei aber darauf zu achten, dass wir unsere Gäste in Kaiserslautern auch wie Gäste behandeln.
Und ja, es gibt Kontakte zu vielen Stadionsprechern, zumal ich ja auch das Handbuch für Stadionsprecher und Platzansager für den DFB mit anderen Kollegen zusammen erarbeitet habe.

Gibt es einen Moment, der dir im Nachhinein unangenehm war in deinem Job, zum Beispiel, dass du etwas inhaltlich falsches oder provokantes gesagt hast?
ja es gibt eine Situation die ich nicht mehr so wiederholen würde. Das war im Rückspiel gegen die Glasgow Rangers. Wir verloren dort 1:0 und unsere Mannschaft ist nicht gut behandelt worden. Da habe ich vor dem Spiel richtig Gas gegeben und dann von den Medien – zu Recht – ziemlich zwischen die Hörner bekommen.

Bei Derbys gegen Mannheim oder Karlsruhe ist die Grundstimmung bereits meist sehr impulsiv. Färbt das auch auf Dich ab?
Das sind natürlich ganz besondere Spiele für uns …mit viel alter Rivalität. Ich bin dann natürlich – wie unsere Fans auch – sehr angespannt, aber es ist trotzdem „nur“ ein Fußballspiel. Und auch diese Mannschaften sind unsere Gäste!

Gab es einen besonders lustigen Moment für dich während der Ausübung deiner Tätigkeit? Zum Beispiel einen Versprecher oder eine Situation, die dich aus dem Konzept gebracht hat?
Klar gab es Versprecher – logisch.
An einen richtig lustigen Moment kann ich mich im Moment nicht erinnern.
Es gab eine sehr schwierige Situation, das war nach dem 3:0 Sieg gegen den 1.FC Köln im Mai 2008, als nach Spielende das Stadion einfach nicht mehr zu halten war. Zum Glück ist alles gut gegangen.

Du bist seit Jahren hautnah bei der Mannschaft. Mit welchen Spielern haben sich da Freundschaften entwickelt?
Es gibt zu vielen Spielern freundschaftliche Kontakte, ohne dass ich da jemanden nennen möchte. Besonders zur Meistermannschaft 1998.

Hatten manche Spieler Sonderwünsche, wie du sie bei der Aufstellung ankündigen oder ein Tor von ihnen kommentieren solltest?
Nein da fällt mir ehrlich gesagt nichts ein.

Wo siehst Du den FCK in der Zukunft?
Ich denke wir sind in einer schwierigen Situation. Aber ich bin von den jetzt handelnden Personen absolut überzeugt und ich glaube an eine positive Zukunft des FCK. Ganz wichtig ist, dass wir zusammen halten, eine gesunde Streitkultur entwickeln und immer das Wohl unseres wunderbaren Fußballclubs an die erste Stelle setzen. Denn: nur zusammen sind wir Lautern!

W. Engel

Autor - Bastion Betzenberg
Hobby's : Fussball und Musik

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