ZEIT FÜR DEN ENDGÜLTIGEN SCHULTERSCHLUSS

Schulterschluss mit dem FCK

Ein „neues“ Gefühl hat sich rund um den Betzenberg breit gemacht: Zuversicht. Noch vor wenigen Wochen sah das ganz anders aus: Kritik wohin man sah, akute Niedergeschlagenheit bis hin zu allgemeiner Resignation und Depression im Fanlager des FCK. Manche Schärfe und Wut in geäußerten Aussagen und Kommentaren haben teilweise ein kaum noch erträgliches Ausmaß erreicht – Gurkentruppe, Totalversager und Nichtskönner waren noch harmlose Bezeichnungen für die Mannschaft, den Trainerstab und die Führungsriege. Das Band zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und den Fans drohte offensichtlich zu zerreißen.
Jetzt, vier Spieltage später, sieht es nach dem Einfahren von 10 Punkten und dem Verlassen der brisanten Abstiegszone wieder etwas anders aus. Der Sturm ist weitgehend abgezogen. Die Mannschaft scheint sich gefangen zu haben, es ist sogar eine spielerische Entwicklung auf dem Platz erkennbar, die durchaus Grund zur Hoffnung macht.
So richtig schön grün ist jedoch längst noch nicht alles, und das bremst eine unverhältnismäßige Euphorie unter den Fans zu Recht aus. Der von alten Zeiten träumende FCK-Fan ist realistischer geworden, auf dem Boden der Tatsachen angelangt, und das ist gut so. Denn so ist es tatsächlich leichter für die Mannschaft, die Trainer und die Führungskräfte eben genau das zu verwirklichen, was sie schon seit Saisonbeginn gebetsmühlenartig nach außen getragen haben: den FCK Schritt für Schritt, langsam, aber hoffentlich sicher wieder in das Fahrwasser zu bringen, wo er nach deren und auch nach Meinung der Fans hingehört. Sowohl sportlich, als auch finanziell. Denn die Baustellen sind überall noch da, sie sind nicht kleiner geworden, und es wäre vermessen zu glauben, dass sich keine weiteren mehr zwischendurch auftun, der Weg zurück zu altem Glanz wird noch weit und furchtbar steinig bleiben.
Nichtsdestotrotz: es wird zielgerichtet gearbeitet, daran dürften keine Zweifel mehr bestehen. Das zeigten die Fortschritte der Jungs auf dem Rasen in den letzten Wochen, das zeigten deutlich die Führungskräfte auf der Jahreshauptversammlung im November (die zudem eine wohltuende Transparenz wie schon lange nicht mehr präsentierten), trotz keinesfalls positiver Nachrichten. Jedoch hat man endlich das Gefühl, dass sich was bewegt, und das in die richtige Richtung. Vorwärts.

Ganz wichtig aber, und das sollte jedem von uns Fans der roten Teufel bewusst sein, ist auch unser Beitrag! Es gibt Situationen, die verlangen ab und zu ein bisschen mehr als vor dem Fernseher einen Dreier oder einen Punktgewinn zu feiern, oder in der Freizeit ein rotes Trikot zu tragen. Auch wir können ein gutes Stück mehr Hilfe leisten, um den langen, schweren Weg unseres Vereins leichter zu gestalten, mitzuarbeiten, nach vorne zu bringen.
Natürlich kann nicht jeder zu jedem Heimspiel oder gar Auswärtsspiel ins Stadion pilgern, erstens weil das Stadion nur begrenzt Plätze hat und irgendwann voll ist (oh, wie wär‘ das schön!), und zweitens weil Zeit, Weg und Geld dies nicht immer zulassen. Es wäre jedoch ein deutliches Zeichen, die Leistungen der roten Teufel der letzten Wochen in den beiden noch verbleibenden Heimspielen des Jahres entsprechend zu honorieren. Gegen den KSC am kommenden Sonntag werden es (Derby sei Dank!) wieder ein paar mehr Besucher sein als sonst. Aber warum nicht noch ein paar mehr? Auch wenn es ausgerechnet der KSC ist, der da kriselnd mit seinem Anhang zum Betzenberg kommt, einige der „Fans“ nicht unbedingt Kinder von Traurigkeit sind und schlechte Erinnerungen geweckt werden, blickt man auf die letzten Jahre zurück.
Gegen Aue, das letzte Spiel in diesem Jahr, fällt auf jeden Fall diese mögliche Bremse weg. Daher wäre es etwas ganz Besonderes, diesem Gegner in einem randvollen Stadion kurz vor Weihnachten deutlich zu machen, was es bedeutet vor einem vollem Haus zu spielen und nicht nur die elf Akteure auf dem Rasen gegen sich zu haben – der Betze war berühmt berüchtigt für seine laute, furchteinflößende Atmosphäre! Genau das ist ein Mosaik in der „Auferstehung“ der roten Teufel, welches noch fehlt – und das ist unsere Baustelle, die wir schnellstmöglich fertigstellen sollten!

Was letztlich aber jeder tun kann, und das ist auch schon ein großer Beitrag: Extreme vermeiden!

Keine überzogene Meckerei über Mannschaft, Trainer und Führung, wenn es mal schlecht gelaufen ist (und das wird wieder passieren, so ist der Lauf der Dinge)!

Mehr Geduld! Trainer und Team haben gezeigt, dass sich da etwas bewegt. Es braucht seine Zeit. Gewähren wir ihnen diese!

Und natürlich: realistisch bleiben! Keine Traumtänzereien, keine übertriebenen Forderungen stellen an die Mannschaft und den Trainer!

Fan sein, Herzblut zeigen, mitfiebern, dann und wann mal zum Fußballgott beten, anfeuern, und sicher auch mal pfeifen – aber bitte nicht ohne danach auch die nächste gelungene Aktion beklatschen!

Es wird Zeit, den endgültigen Schulterschluss zu vollziehen, und damit auch dem Rest der Fußballwelt zu zeigen, wo die besten Fans ihre Heimat haben: auf dem Betzenberg in Kaiserslautern!

Hier noch der Link zu unserer Petition mit der Bitte um Unterstützung: zur Petitionsseite

Foto Quelle: W. Engel

 

W. Engel

Autor - Bastion Betzenberg
Hobby's : Fussball und Musik

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